In ein neues Land zu reisen ist aufregend. In ein neues Land (für eine begrenzte Zeit) zu ziehen, ist ein vielfaches aufregender.
Nachdem wir eine Nacht im Hotel verbracht haben, sind wir auf Tag darauf in unser kleines Apartment gezogen.
Den Weg dorthin haben wir mit einer interessanten aber sehr günstigen Taxifahrt bestritten. Auch wenn der Fahrer ein wenig Probleme hatte unser Gepäck vollends zu verstauen. Hierfür haben wir Uber benutzt, was uns zuvor als vertrauenswürdig empfohlen wurde.
Nach einer halben Stunde Fahrt fanden wir uns nun im östlichen Teil von Seoul, im Stadtteil Dongdaemun. Unser Apartment befindet sich in einer Art Wohnheimgebäude unweit zweier Universitäten. Der Eingang ist in einer kleinen Nebenstraße voller Steinmetze. Mit dem Fahrstuhl geht es in den achten von 16 Stockwerken. Rasch noch den 7-stelligen Türcode eingegeben und wir betreten den kleinen Flur mit Küchenzeile. Dieser endet in einem kleinen Wohnzimmer mit schmucklosen Tisch und einigem Stauraum. Daran angeschlossen ist eine Treppe die hinauf zum Schlafbereich führt. Drückt die Daumen, dass wir niemals hochschrecken, denn die Decke ist dort nur knapp einen Meter hoch. Dafür ist es bisher aber sehr gemütlich. Man muss eben nur ein bisschen beweglich sein. Fotos werden noch nachgeliefert!
Vier Dinge haben uns nun nach unserem Einzug beschäftigt und werden uns zu Teilen auch weiterhin beschäftigen.
Schlaf
Auch wenn unser Flug hervorragend war und wir ausgiebig schlafen konnten, haben die Tage davor und die generelle Aufregung uns jetzt nicht zur größten Entspannung verholfen. Ganz zu Schweigen von der generellen Zeitumstellung. Demzufolge haben wir viel Zeit mit sehr spontanen Nickerchen verbracht. An unserem nun vierten Tag haben wir aber zum ersten Mal das Gefühl, dass wir in der jetzigen Zeit angekommen sind. Aktuell sind wir 7 Stunden voraus. Also wenn es in Deutschland z.B. 8 Uhr morgens ist, haben wir hier bereits 15 Uhr am nachmittag.
Einkaufen
Wir haben eine Küche. Wir haben einen Kühlschrank. Wir haben Herdplatten.
Wir haben keine Teller. Wir haben kein Besteck. Wir haben keine Töpfe und Pfannen.
Letzteres passt gut zum Plan uns nur von umgebenden Lokalen oder Fertignudeln und Kimbap (manchmal auch als koreanisches Sushi bezeichnet) zu ernähren. Das haben wir die ersten Tage auch durchgezogen. Wie erwartet kann man hier für ca. 10€ pro Person ganz gut auswärts essen.
Besteck und Co. haben wir uns schon besorgt. Dafür gibt es hier eine Kette namens Daiso. Kann man vielleicht mit Kik oder 1-Euro-Shop vergleichen, wobei die Qualität der Produkte durchaus besser scheint. Wir sind also haushaltstechnisch nun gut gerüstet.
Für heute steht dann ‚richtig‘ einkaufen auf dem Plan. Also dann doch mal frisches Gemüse und einige Vorräte besorgen.
Mülltrennung
Ihr mögt denken, Deutschland ist total verrückt was Mülltrennung betrifft. Dann dürfen wir euch vorstellen: Mülltrennung in Korea.

Es gibt Plastikmüll, Vinylmüll, Papiermüll, Essensrestemüll, PET Müll, Restmüll und Glasmüll.
Du hast eine Packung eingelegten Rettich (übrigens seeeehr lecker)? Der Deckel kommt bitte in den Vinylmüll und der Rest ausgespült in den Plastikmüll. Wenn es zu dreckig ist, jedoch gern in den Restmüll. Es hat uns zwei Tage und viel Rätselei gebraucht um das schon mal korrekt zu trennen. Zu unserem Glück haben wir ja in den letzten Monaten die Grundzüge der hier gesprochenen Sprache gelernt und können sie vor allen Dingen lesen. Denn wenn man genau hinschaut findet sich fast überall ein kleines Resyclingsymbol und dort drin steht ganz klein 비닐류 (Vinyl) und ㄹ라스틱 (Plastik). Wir sind also auf dem Weg Mülltrennungsprofis zu werden!
Immigration Office aka Einwanderungsbehörde
Das ist einen separaten Eintrag wert und wird an einem anderen Tag berichtet. Es wird spannend!