Der erste Umzug stand an. Nur 500m weiter und vom Gebäude Enkorplex I zu Enkorplex II. Nach einer letzten Runde mit dem Staubsauger, blickten wir uns nochmal um und verabschiedeten uns dann von unseren 20qm. Irgendwie hatten wir sie dann doch schnell in unser Herz geschlossen.
Da wir bereits um 11 raus sein mussten, aber erst um 3 in das neue Apartment durften, hatten wir etwas Zeit tot zu schlagen. Also beschlossen wir den Aufenthaltsraum des Gebäudes mal ausgiebig zu nutzen. So machten wir es uns in den Sitzsäcken bequem und zappten eine Weile durch das koreanische Fernsehprogramm. Neben Spielshows und K-Dramen fanden wir dann einen Billardsender, der die Karambolage WM von 2023 ausstrahlte. Also, ich bin da jetzt Experte!
Ab und an kamen mal andere Hausbewohner vorbei und bedienten sich am Snackautomaten. Der (vermutliche) Manager des Gebäudes begrüßte uns auch kurz, war aber auf der Suche nach einer Gruppe US-Amerikaner, die er später auch fand und mit ihnen in den Raum zurückkehrte. Es war dann 5 Minuten mal sehr laut, denn entsprechend aller Klischee nahmen sie den Raum sehr schnell und umfassend ein.
Jedenfalls machten wir uns dann bald auf ins neue Domizil.
Aktueller Gepäckzwischenstand:
2 große Koffer, 2 kleine Koffer, 2 Rucksäcke(einer groß und einer eher so mittel).
Dazu 4 Beutel die wir auch irgendwie tragen mussten. Aber diese enthielten nur Verbrauchsware wie Essen und Reinigungsmittel. Die Grenzen des Gepäcks sind also noch nicht überschritten! Aber bisher war auch der einzige Krimskramskauf ein Flaschenöffner in Form einer Flasche Soju (der lokale Reisschnaps).
Angekommen wurden wir von einer Art Pförtner erwartet. Dieser ließ uns etwas Papierkram ausfüllen und erklärte mir dann wie der Müll zu sortieren sein. Als alter Recyclingexperte war das natürlich nicht mehr als eine kleine Bestätigung des mühsam erarbeiteten Wissens. Wobei eine Sache neu war: Papier kann man auch nochmal aufteilen in Kartons uns eben so kleinere Papierstücke!
Er brachte uns dann auch noch nach oben und erklärte uns kurz das Apartment. Und da waren wir, gespannt und neugierig.
Sagen wir’s so: Es hat eine Couch. Dafür ist der Ausblick nicht-existent sondern nur eine moderne Hausfassade. Ansonsten ist es ein bisschen geräumiger. Mittlerweile ist auch der anfänglich Schock über den Mangel an guten Arbeitsplätzen vergangen und die beiden Tische sind nun in voller Benutzung.
Was auch neu ist: Der Fernseher zeigt Fernsehprogramm. Das haben wir dann zum ersten Mal überhaupt ausgenutzt um mal auf einer Couch abzuhängen und zukünftigen Idols beim Performen zuzuschauen.
*Idol: (zukünftige) Koreanische Pop-Stars, die häufig durch Castingshows groß werden.
Anfangs fehlte auch noch das Bettzeug. Das wurde uns dann aber, als große Überraschung, vom Hausmeister des anderen Gebäudes gebracht. Denn wie sich herausgestellt hat sind sowohl der nette Manager als auch er für beide Gebäude da. Das war eine sehr nette Begegnung. Er hat dann auch noch geholfen das Bett zu beziehen und hat einen Wäscheständer besorgt. Da haben wir uns gleich wieder etwas heimischer gefühlt.



Alles in allem passt es soweit. Die Gegend ist nochmal weniger touristisch als vorher. Direkt vor der Tür ist eine Bushaltestelle mit einigen guten Linien und 5 Minuten Gehminuten entfernt ist dann auch nochmal eine Metrostation.