Führerschein

Wenn man im Ausland ein Auto mieten möchte, braucht man in der Regel einen Internationalen Führerschein. Den gibt es für kleines Geld direkt beim Bürgeramt (oder dem Äquivalent in anderen Städten) zum Mitnehmen.

Wenn man den nicht hat, weil man das einfach mal vergessen hat, dann gibt es zumindest in Korea zwei weitere Möglichkeiten. Kein Auto zu fahren einmal ausgenommen.

Für die volle Erfahrung, kann man den offiziellen Weg gehen und den Führerschein machen. Das scheint auch für Nicht-Koreaner zu gehen. Laut Internet reicht es, dass man nur die Prüfungen ablegen muss. Fahrstunden, wie bei uns, scheinen nicht erforderlich zu sein. Dazu noch ein medizinischer Check und ab geht’s. Und alles für unter 100 Euro. Hab wir uns allerdings erspart.

Man kann nämlich auch den deutschen gegen einen koreanischen Führerschein tauschen. Und genau das, haben wir gemacht.

Es war so gewesen:

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Ein existierender Führerschein
  • Eine Beglaubigung dessen, dass es wirklich ein Führerschein ist und eine Übersetzungen
  • 3 Passbilder
  • Eine Bescheinigung darüber wie lange man schon in Korea ist (zumindest habe ich mir das hergeleitet)
  • Eine Resident-Card
  • Einen Reisepass

Die zwei Bescheinigungen hatten wir bereits in Seoul erledigt. Einmal in der Botschaft und einmal in einem lokalen Bürgeramt.

Für die Botschaft musste man einen Termin machen, allerdings ohne lange Wartezeit. Dann zwei Wochen warten, da natürlich die ausstellende Behörde in Deutschland da mal drauf schauen muss. Knapp zwei Wochen später konnte ich dann die Bescheinigung abholen.

Für das lokalen Bürgeramt (oder liebevoll Gu-Office genannt, wobei Gu (구) soviel wie Stadtbezirk bedeutet) braucht man nicht außer Mut und eine Übersetzungsapp. Mit Hilfe beider Dinge und der tatkräftigen Unterstützung von 4 Mitarbeiterinnen (die Sachbearbeiterin, die Kundige, die Englischsprechende und die Neugierige) konnte das ganze schnell über die Bühne gebracht werden. Dabei waren alle super lieb und geduldig.

Gestern war dann der große Tag und der Besuch in der Führerscheinstelle stand an.

Also rein und kurz an der Rezeption das Handy hingehalten mit meinem Anliegen. Dann durfte ich eine Nummer ziehen. Da es einen separaten Schalter für speziellere Anliegen, dabei u.a. für Ausländer oder Militärangehörige, gab, kam ich auch gleich dran. Perfekt vorbereitet also Dokumente rüber geschoben und erwartungsvoll gewartet. Nach einiger Zeit gab es eine Rückmeldung zu dieser Einreisebescheinigung: Ein Datum stimmt da nicht. Also gab es einen Zettel und den Hinweis hier nochmal zum Gu-Office (wobei es hier ein Dong (동, Stadtviertel) war). Das war ca. 15 Minuten zu Fuß entfernt. Der Weg führte durch das Stadtviertel und war dank Sonnenschein und neuen Eindrücken ein schöner Spaziergang. Dort überreichte ich den Zettel und nach einigem Hin und Her bekam ich meine aktualisierte Bescheinigung.

Damit wieder zurück zur Führerscheinstelle. Nun durfte ich ein Formular ausfüllen, neben Adresse und so auch wie viele Finger mir fehlen. Ich habe ‚Keine‘ angekreuzt.

Außerdem musste ich zum Augentest. Dafür geht man ins Nachbargebäude. Dort findet man in einem Raum einen kleinen Schreibtisch und dahinter wartend einen Mann im Kittel stehend vor einer Tafel mit Zahlen und Buchstaben. Dieser befragte dann im Akkord jeden was denn da zu lesen sei. Eine Sachen von wenigen Minuten aber auch irgendwie eine seltsame Szenerie.

Nachdem mir attestiert wurde, dass ich hervorragend sehe, ging’s wieder zurück. Nach einer kleineren Hürde, durfte ich dann nochmal 10 Minuten warten und dann endlich meinen brandneuen, koreanischen Führerschein in Empfang nehmen.

Falls sich jemand fragt, warum wir denn 1,5 Monate vor Ende (*seufz*) einen Führerschein brauchen: Die letzten 3 Wochen sind Urlaub und eine Woche davon geht es nach Jeju, eine Insel, die man am Besten mit einem Auto erkundet.

Naja, und irgendwie ist es auch spannend mal die Erfahrung zu machen, durch Institutionen in anderen Ländern zu tingeln.