Unten am Bach

Durch unserem Urlaub im letzten Jahr haben wir schon einige der Hauptsehenswürdigkeiten Seouls abgeklappert. Zumindest wenn man dem Internet Glauben schenken darf.

Aber natürlich gibt es noch genug, was unentdeckt blieb oder nur gestreift wurde.

Dieses Wochenende sollten zwei Orte in dieser Kategorie angegangen werden. Das erste Ziel war der Bach Cheonggyecheon (청계천). Die englische Bezeichnung ist meistens Stream was sich zwar mit Bach übersetzt, Aber Angesichts seiner Größe fällt es mir schwer es einen Bach zu nennen.

Jedenfalls floss dieser Bach durch das historische Seoul, wurde für verschiedene Zwecke genutzt und schließlich versiegelt um die Fläche sinnvoll für Autos nutzbar zu machen. Vor rund 20 Jahren entschied man sich dann um und legte ihn wieder frei und machte ihn zu einen Ort den die Menschen wieder nutzen konnten. Kleine Randbemerkung hier: Es gab natürlich Widerstand weil die Straße ja so wichtig war. Interessiert mittlerweile niemanden mehr und jeder mag’s. Grüße gehen an Berlin und die Friedrichstraße. 🙂

Jetzt ist Bach zwar immer noch zwischen Straßen und Beton, aber entlang seiner Länge von rund 11km begehbar (was es noch auszutesten gilt) und bietet zumindest an den Stellen an denen wir ihn passierten Platz zum Sitzen und Spazieren.

Die nächsten Bilder stammen von der touristischen Stelle. Hier kann man zum ersten Mal hinunter gehen. Die Plätze am Ufer gehören zur Outdoor Bibliothek. Neben den Sitzen stehen immer mal wieder Körbe mit einer Handvoll Büchern.

Weiter bachabwärts findet man dann kleinere Bühnen und immer wieder einen Hauch Natur.

Was uns entlang unseres längeren Spaziergangs immer wieder begegnete waren Demonstrationen. Wir sind sicherlich einer Handvoll davon begegnet. Thematisch schien alles dabei zu sein. Da in der Gegend viele offizielle Gebäude stehen, scheint es ein guter Ort zu sein.

Nach einer kleineren Mahlzeit machten wir uns dann noch auf und erledigten den Wocheneinkauf. Dazu, also zum Einkaufen generell, vielleicht später mal mehr.

Bevor wir dann wieder in unsere kuscheligen 25qm begaben, machten wir noch einen Zwischenstopp bei Nice Caffein Club, einem kleinen Laden bei dem man Kaffee und Eistees bekommt. Mit einem der Mitarbeiter dort haben wir auch schon Freundschaft über alle Sprachbarrieren geschlossen, zumindest begrüßte er mich dieses besonders nett. Auch wenn unsere Gespräche nicht über „2 Limonaden“ und „Mit Kreditkarte“ sowie „Hallo, danke, tschüss“ hinausgehen, verbindet uns doch ein enges Band. 🙂

2,50 (oder auch 4.300Won). Kann man nicht meckern, ne.

Heute wollten wir dann zum DDP, dem Dongdaemun Design Plaza, einem modernen 2014 erbauten Gebäude, was hauptsächlich für vielerlei Ausstellungen genutzt wird. Dem angeschlossen ist der Culture Park.

Der gesamte Platz hat, wie viele Orte in Seoul, eine so wendungsreiche Geschichte wie das Land selbst.

Inmitten des Geländes verlief einst die Stadtmauer von Seoul und beherbergte eine Kaserne. Während Korea unter der Kolonialherrschaft Japans stand, wurde die Stadtmauer am Anfang des 20. Jahrhunderts zerstört und an dessen Stelle ein Stadion erbaut (Na welche Sportart? Na klar, Baseball!). Das wurde wiederum vor knapp 20 Jahren abgerissen. Die historischen Anlagen wurden freigelegt und werden nun im Culture Park ausgestellt. Ein Teil der Stadtmauer ist dort auch zu sehen.

Auf diesem Bild sieht man sowohl einen Teil der Ausgrabungen als auch den Eingang (hinter den Bäumen) zu einer der Ausstellungsgebäude. Dort fand bis gestern auch eine Ausstellung zum Thema Darstellung von Buchstaben in verschiedenen Gebärdensprachen statt. Bis gestern halt.

Die folgenden Bilder sind unter oder neben dem Hauptgebäude.

Unweit davon befindet sich dann auch eins der vielen Stadttore. Auch das verfügt über einen kleinen Park, der leicht erhöht sicher einen schönen Ausblick über die Stadt bieten würde. Den haben wir aber, wegen einsetzendem Regen, mal für ein anderes Mal vorgesehen.